
Verdammt, schon wieder die Olympischen Spiele in Tokio!
Japanische Medien berichteten gestern, dass 7-Eleven und Lawson beschlossen haben, bis Ende August Zeitschriften für Erwachsene aus ihren Regalen zu nehmen. Die Gründe sind einfach: Manche Frauen könnten sich beim Lesen unwohl fühlen, und man möchte verhindern, dass Minderjährige in den Läden mit Gesundheitsinformationen überzogen werden. Der wichtigste Grund ist jedoch die bevorstehende Olympiade in Tokio; man möchte bei den Touristen, die zu den Spielen kommen, keinen schlechten Eindruck hinterlassen.
Seufz, wenn ich jetzt nichts zu tun habe, kann ich nicht mehr in den Läden nach Neuerscheinungen stöbern und gleichzeitig meine Gesichtserkennungsfähigkeiten trainieren. Aber da kann ich nichts machen; für die japanische Regierung hat die Ausrichtung erfolgreicher Olympischer Spiele in Tokio oberste Priorität. Neben dem Aufbau einer optimalen Infrastruktur müssen sie auch das negative internationale Image verändern, und leider ist die Erotikbranche ins Visier geraten.
Angesichts der Entfernung von Erotikmagazinen aus Supermärkten und Convenience-Stores ist wohl jedem klar, wer hinter der verschärften Zensur steckt und warum so viele Menschen aus der unzensierten Branche verhaftet wurden. Die japanische Regierung will einfach nur erfolgreiche Olympische Spiele in Tokio ausrichten.


Okay, nachdem ich mich ein bisschen Luft gemacht habe, reden wir über die Erwachsenenkultur in Supermärkten:
Tatsächlich sind japanische Supermärkte schon lange… Magazine mit Videos für Erwachsene wurden lange Zeit verkauft. Anfangs konnte man sie sogar frei durchblättern. In der Zeit des Einwahl-Internets, bevor es weit verbreitet war, suchten viele Männer in Supermärkten und Convenience-Stores nach Erregung. Später jedoch, weil Minderjährige beim Lesen dieser Magazine in den Läden beobachtet wurden und sich einige Kundinnen unwohl fühlten, da die Magazine für alle zugänglich in den Regalen lagen, wurden sie schließlich aus dem Sortiment genommen und durften nicht mehr gelesen werden.
Das größte Problem ist natürlich, dass der Aufstieg des Internets den Absatz dieser Magazine nach und nach stark beeinträchtigt hat und viele Geschäfte schließen mussten. Als ich kürzlich auf einer Geschäftsreise in Japan war, sah ich diese Magazine einsam und unbeachtet in den Regalen liegen. Streng genommen wird diese Maßnahme, sie aus den Supermärkten zu verbannen, den Geschäften also nicht wesentlich schaden (sie sind bereits schwer angeschlagen, da macht ein weiterer Schritt nichts aus); ihre symbolische Bedeutung ist jedoch viel größer.
Welche weiteren Maßnahmen die japanische Regierung vor den Olympischen Spielen in Tokio ergreifen wird, bleibt abzuwarten.
Foto der Schauspielerin: Aira